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Das Projekt SUE wurde vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales gefördert, um einen leistungsfähigen Screenreader für Linux zu entwickeln. Mit Abschluss des Projekts Ende 2009, hat INCOBS den SUE-Screenreader getestet. Von der Download-Seite des Projekts aus können Sie SUE kostenfrei herunterladen.
Das Prüfverfahren ist eng an der Vorgehensweise unserer Screenreadertests unter dem Betriebssystem Windows orientiert und auf Linux angepasst. Hierbei sowie bei der Durchführung des Tests wurden wir von LinAccess e.V. unterstützt.
Zu den aus dem Windows-Vista-Test bekannten Aufgaben sind bei diesem Test Prüfungen von sehr einfachen Arbeitsabläufen (z.B. einen einfachen Text auslesen) hinzugekommen. Screenreader für das Windows-Betriebssystem haben ein relativ ausgereiftes Leistungsniveau, das solche Aufgaben mittlerweile überflüssig gemacht hat.
Neben Aufgaben auf der Betriebssystemebene von Linux wurden die Open-Office-Anwendungen Writer als Äquivalent zu Word, Evolution an Stelle von Microsoft Outlook und Calculator als Excel-ähnliche Tabellenkalkulation geprüft.
Die Aufgaben stellen sich folgendermaßen zusammen:
Auf der Desktop-Ebene lassen sich grundlegende Funktionen wie Hauptmenü oder Dateiverwaltung – zum Teil mit Einschränkungen – bedienen. Möglich ist es auch, eine Datei-Suche auszulösen und den Befehl „Linux herunterzufahren“ anzusteuern. Jedoch ist kaum ein Arbeitsbereich stabil. Fast jederzeit muss man mit Fokusverlusten rechnen. Viele wichtige Informationen sind nicht zugänglich, dass heißt, sie werden weder über die Braillezeile noch über die Sprachausgabe an den Anwender ausgegeben. So etwa diverse Begleitinformationen in Dialogfenstern. Der Anmeldevorgang beim Systemstart und die Linux-Hilfe werden vom Screenreader nicht unterstützt.
Problematisch ist die Ausgabe von Icons und Menüeinträgen im sogenannten oberen und unteren Kantenpanel (das obere Kantenpanel enthält das Anwendungsmenü und Icons für die wichtigsten Funktionen, das untere Panel ist mit der Taskleiste und dem Infobereich von Windows vergleichbar). Was sich für den Sehenden wie gleichwertige Icons oder Einträge zum Auslösen von Untermenüs oder Programmfunktionen darstellt, wird für Braille- und Sprachanwender mit unterschiedlichen Begriffen aus der Programmierwelt („Indikator – Applet“, „Druckknopf“ etc.) begleitet. Diese sorgten in unserem Test für Verwirrung und führten zu Fehlbedienungen. Es scheint, als würde hier ungefiltert ausgegeben, was von der Hilfsmittelschnittstelle bereitgestellt wird. Unabhängig davon, ob die Informationen dem Screenreadernutzer helfen oder eventuell eine neue Barriere schaffen, weil sie unverständlich sind.
Die Open-Office-Textverarbeitung ist für SUE-User nur schwer nutzbar. Selbst ein einfacher Text wird nicht ohne weiteres von der Sprachausgabe oder Braillezeile an den Anwender ausgegeben. Probleme gibt es beim wortweisen Navigieren, Buchstabieren oder Markieren von Text. Einen Vorlesemodus gibt es nicht. Einfache Formatierungen wie fett oder kursiv können erkannt werden. Bei verschiedenen, darüber hinausgehenden Schriftattributen (Farbe, Textausrichtung, Aufzählung) ist häufig aber keine Kontrolle gewährleistet. Auch im Writer gibt es vielfach unerklärliche Fokusverluste, und Dialogfenster werden nur teilweise begleitet.
Im E-Mail-Programm ist es möglich, die Liste im Posteingang zu erfassen. Alle weiteren Aufgaben verliefen problematisch. Beim Auslesen einer E-Mail geben die Ausgabemedien nicht alle wichtigen Informationen aus dem E-Mail-Kopf an den Anwender weiter. Außerdem kommt es sehr häufig zu Fokusverlusten. Das Lesen von E-Mail-Texten ist von den gleichen Problemen begleitet wie im Writer. Beim Versenden von E-Mails ist das Editieren und Festlegen der Empfänger möglich, das Versenden von Anhängen ist aber nicht kontrollierbar. Alles, was das Auslesen von Dialogen beinhaltet (z.B. Konto einrichten), ist schwierig, weil auch hier immer wieder wichtige Begleittexte nicht erfasst werden oder unvollständig ausgegeben werden.
Kontrolliert durchführbar war der Arbeitsblattwechsel und die Erfassung einzelner Zellen, ihrer Inhalte und ihrer Koordinaten. Bei allen anderen Testaufgaben kam es zu Schwierigkeiten. Für Verwirrung sorgt die Ausgabe nicht zuordbarer Zusatzinformationen zu einzelnen Zellen durch die Sprachausgabe, z.B. Hinweise wie „Datumsformat“, „(nicht) ausgewählt“. Formeln kann man nur auswendig per Hand eingeben, der Formelassistent ist nicht bedienbar. Das Markieren von Zellen lässt sich nicht kontrollieren, d.h. der Anwender weiß nicht zuverlässig, wo eine Markierung anfängt bzw. wieder aufhört. Dabei ist das Markieren von Zellen häufig eine wichtige Voraussetzung weiterer Arbeitsprozesse wie etwa einem Datensortiervorgang. Auch in dieser Anwendung werden Dialoge nicht zuverlässig begleitet, es gibt immer wieder Fokusverluste und der Nutzer ringt um Orientierung.
Sie können folgende Testabschnitte anspringen:
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| Produktname | SUE |
|---|---|
| Versionsnummer | 0.6.0 (rev. 952) |
| Datum der Erhebung | 08.10.09 |
| Verwendete Braillezeile | Fokus |
| Installierte Sprachausgabe | espeak |
| Sicherer Fokus/Orientierung | - |
|---|---|
| Begleitung durch die Ausgabemedien | - |
| Verhältnis zwischen Braille- und Sprachausgabe | überwiegend parallele Ausgabe |
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Auf dieser Seite kommen 4 Begriffe vor, die in unserem Wörterbuch erläutert werden: Braillezeilen, HTML, Screenreader und Sprachausgabe.
Letzte Änderung: 18.01.2010 | © 2006 - 2009 DIAS GmbH | Impressum | Barrierefrei?