Erinnerungs-Apps im Vergleich

24. Juli 2014

Wer sich von seinem Smartphone an Bevorstehendes erinnern lassen will, hat dafür verschiedene, meist kostenlose Apps zur Verfügung. Umair Wiebeck hat die Barrierefreiheit und Gebrauchstauglichkeit einiger iOS-Apps für blinde Nutzer getestet.

Zu den ausgewählten Apps zählen auch zwei umfangreichere Kalender-Apps, die hier vorrangig im Hinblick auf die Erinnerungsfunktion untersucht wurden. Ergänzt haben wir in der Sichtprüfung Hinweise zur Zugänglichkeit für sehbehinderte Nutzer.

Was haben wir getestet?

Getestet wurden fünf Apps auf einem iPhone 5c mit iOS Version 7.1.2 und mit dem aktivierten Screenreader VoiceOver von Apple. Der Testzeitraum war vom 23. Juni – 18. Juli 2014.

Die getesteten iOS-Apps waren:

  • Kalender (iPhone Standard-App)
  • miCal
  • Erinnerungen (iPhone Standard-App)
  • Meine Termine
  • RE.minder (kostenlose Version)

Wie haben wir getestet?

Bei den VoiceOver-Tests wurden gleichzeitig der Funktionsumfang und die Barrierefreiheit der jeweiligen App getestet. Die Standardaufgaben waren:

  • Erstellung eines Ereignisses, ggf. mit vorläufiger Erinnerung (Datum und Zeit einstellen)
  • Datum oder Zeit des Ereignisses ändern
  • Vorweg-Erinnerungen einstellen (soweit möglich)
  • Auf die ausgelöste Erinnerung (auf dem Sperrbildschirm oder beim Nutzen einer anderen App) reagieren: Erinnerung abschalten oder, wenn möglich, bearbeiten
  • Ortsbezogene Erinnerung einstellen (soweit möglich)
  • Nutzung der Spracheingabe (Diktieren) zur Eingabe eines Ereignisses

Zusätzliche Checks

Die Zugänglichkeit für sehbehinderte Nutzer haben wir zusätzlich im Expertentest untersucht. Konkret haben wir geprüft:

  • ob eine systemseitig eingestellte Schriftvergrößerung von den Apps genutzt wird
  • ob die Kontraste von Inhalten und Bedienelementen ausreichend sind
  • ob es Eigenheiten in der Umsetzung des Interfaces gibt, die bei der visuellen Nutzung Schwierigkeiten bereiten

Zusammenfassende Ergebnisse

Das Resultat: Am zugänglichsten ist der iPhone-Standardkalender. Der Aufbau ist logisch und die Bedienelemente sind gut beschriftet. Ein auch bei anderen getesteten Apps wie miCal anzutreffender Nachteil ist die Beschriftung von Textfeldern ausschließlich über die Textvorbelegung.

Die iPhone Standard-App Erinnerungen ist ebenfalls zugänglich, aber das Interface ist etwas gewöhnungsbedürftig. Ortsabhängige Erinnerungen funktionierten im Test nicht.

Die App Meine Termine ist sehr simpel, aber gut zugänglich.

miCal hat viele Funktionen und ist vom Aufbau her sehr komplex. Die App zeigte etliche Mängel wie nicht fokussierbare Termine in manchen Ansichten, z.T. schlechte Fokusreihenfolge und nicht aussagekräftige oder englischsprachige Beschriftungen von Bedienelementen. Barrierefrei kann man das nicht nennen.

RE.minder ist von der Fokusreihenfolge und der Benutzerführung her eher verwirrend, die vielen Kategorien sind nur nach Hinweis zu finden. Gut sind die Erinnerungen, die sich direkt nach der Ausgabe auf dem Sperrbildschirm bearbeiten und auch versenden lassen.

Grundsätzlich lässt sich noch anmerken, dass nur die Apps von Apple (Erinnerungen und Kalender) den dynamischen Text unter der Systemeinstellung (Größerer Text) verwenden, und das auch nur in Teilen. Viele Elemente bleiben unvergrößert und manche Ansichten werden bei großem Text unbenutzbar.

Kalender (iPhone Standard-App)

Die iPhone-App Kalender erlaubt das Anlegen von Ereignissen mit einstellbaren Vorweg-Erinnerungen und Wiederholungen. Es lassen sich auch spezielle Kalender wie "Arbeit" und "Privat" definieren und Ereignisse diesen Kalendern gezielt zuweisen.

Kalender: Funktionsumfang und Barrierefreiheit

Beim Anlegen eines Ereignisses im iPhone-Kalender sind die Einstellungen für Datum und Uhrzeit barrierefrei zugänglich. Ein Ort kann optional eingegeben werden. Eine automatische Ortserkennung ist nicht vorhanden. Mit der Diktierfunktion kann der Termin per Spracheingabe eingegeben werden. Datum und Uhrzeit werden allerdings nicht in den Einstellungen übernommen.

Die Dauer des Ereignisses ist mit den üblichen VoiceOver-Gesten einstellbar. Voreingestellt ist das aktuelle Datum und die aktuelle Uhrzeit. Als Startzeit ist die aktuelle Stunde vorgegeben, als Endzeit ist jeweils eine Stunde später vorgegeben. Die Zeitintervall-Einstellungen (täglich/wöchentlich usw.) sind ebenfalls barrierefrei zugänglich. Voreingestellt ist hier Niemals. Alle Einstellungen können mit den üblichen VoiceOver-Gesten bearbeitet werden.

Termine werden sehr übersichtlich angezeigt. Ein Notizen- und ein URL-Textfeld sind ebenfalls gut erreichbar.

Es lassen sich auch verschiedene Kalender definieren (z.B. Arbeit und Privat), neue Ereignisse lassen sich einem der angelegten Kalender zuordnen.

Bei Erscheinen der Erinnerungsmeldung im Sperrbildschirm kann direkt zur App gewechselt werden. Mit einem Doppeltipp werden die Details zum Termin oder der Erinnerung angezeigt und können dann auch bearbeitet werden.

Eine Erinnerung vor dem Ereignis kann eingestellt werden (zum Ereigniszeitpunkt, 5 min vorher, 15 min vorher, 30 min vorher, 1 Std. vorher, 2 Std. vorher, 1 Tag vorher, 2 Tage vorher). Auch das Anlegen einer zweiten Erinnerungszeit ist möglich.

iPhone Standard-Kalender

Abb. 1: Kalender-App auf dem iPhone. Monatsansicht mit Terminen am ausgewählten Tag, Picker Widget zum Einstellen von Datum und Uhrzeit eines Ereignisses

Kalender: In der Sichtprüfung zusätzlich festgestellte Probleme

  • Neuer Termineintrag nach „Hinzufügen“: Die Textfelder Titel, Ort, URL und Notizen sind nur über eine Textfeldvorbelegung beschriftet – diese verschwindet nach (ggf. versehentlicher) Eingabe.
  • Die Kontraste der Textfeldvorbelegungen (grau auf weiß) sind deutlich zu gering.
  • Die Kontraste der Einträge unter Samstage und Sonntage sind zu gering (aber aus dem Kontext der Reihe der vorläufigen Tage Mo - Fr klar erschließbar).
  • Terminübersicht pro Tag: Enddatum und Ort zu kontrastarm (grau auf weiß)
  • Dynamischer Text 100 % ist beim Hinzufügen-Screen ohne Auswirkung, auf anderen Screens vergrößert dieses Setting nur einige ausgewählte Elemente (z.B. Titel, aber nicht Ort, Datum, Zeit). Die Einstellung hat ebenfalls keine Auswirkungen auf die Terminübersicht unterhalb des Monats für den ausgewählten Tag.

miCal

Die App miCal (Version 7.5.1) hat sehr viele Funktionen und individuelle Einstellungsmöglichkeiten, die in manchem über den Funktionsumfang des iPhone Standard-Kalenders hinausgehen. So lassen sich z.B. Aufgaben definieren und managen und angelegte Ereignisse lassen sich per Mail oder SMS versenden. miCal greift auf Einträge aus dem iPhone Standard-Kalender zurück und übernimmt diese.

miCal: Funktionsumfang und Barrierefreiheit

In miCal sind die grundlegenden Funktionen wie Erinnerungserstellung mit Datum und Uhrzeiteinstellung bei Erstnutzung der App etwas umständlich geordnet. Es muss mehrmals getippt und gewischt werden, um die Inhalte zu erschließen.

Die Darstellung der Termine ist über ein Menü in verschiedenen Ansichten möglich (Dashboard, Tag, Woche, Monat, Jahr, Liste). Die Beschriftung der Bedienelemente ist stellenweise schlecht verständlich und zum Teil in Englisch – etwa Toolbar Gauge und Toolbar List view.

Auf manchen Ansichten sind Ereignis-Einträge unzugänglich, zum Teil verwirrend: so werden sie in der Monatsansicht nicht fokussiert / ausgegeben, in der Tagesansicht aber schon. Hier gibt es jedoch englische Beschriftungen (Calendar-Icon to do open). Die Ansicht Dashboard, die visuell Sinn macht, verwirrt bei VoiceOver-Nutzung durch eine fehlerhafte Fokusreihenfolge (siehe Legende von Abb. 2).

miCal Dashboard

Abb. 2: miCal App, Dashboard. Der VoiceOver-Fokus läuft quer durch die oberen Elemente des Dashboards (Datum, Uhr ohne Fokus, Monat) und zerstört dadurch den Sinnzusammenhang: Juli M D M D F S S 24 30 1 2 3 4 5 6 usw. Das ist nicht verständlich.

Für VoiceOver-Nutzer sind grundlegende Funktionen wie Erinnerungserstellung mit Datum und Uhrzeiteinstellung etwas umständlich geordnet - erst nach Eingabe des Terminnamens kommt ein Bedienelement Termin bearbeiten, das zu einem weiteren Screen für die Detailangaben führt. Die Startzeit ist die aktuelle Stunde, die Endzeit ist 15 Minuten später. Beides ist mit den üblichen VoiceOver-Gesten einstellbar. Auch die Textfelder für URL und Notizen sind gut erreichbar.

Per Diktierfunktion lässt sich der Termin oder die Erinnerung per Spracheingabe eingeben. Alle gesprochenen Informationen wie Datum und Uhrzeit, optional Ort und Vorerinnerungszeit, sofern deutlich gesprochen, werden in den Einstellungen übernommen.

Ein Vorteil von miCal gegenüber dem iPhone-Standardkalender: Per Diktierfunktion lässt sich der Termin oder die Erinnerung in einem Zug per Spracheingabe eingeben. Alle gesprochenen Informationen wie Datum und Uhrzeit, optional Ort und Vorerinnerungszeit, sofern deutlich gesprochen, werden in den Einstellungen übernommen.

Benachrichtigen. Der E-Mail- und SMS-Versand sowie die Funktionen (Kopieren, Ausschneiden und Verschieben) sind gut erreichbar und nur in miCal verfügbar.

Gut ist die Vielzahl der Einstellungsoptionen zur Anpassung der Funktionen. Im Erstelldialog einer Erinnerung gibt es ein Hilfefenster, in dem Informationen zur Spracheingabe eingeholt werden können. Dieses Hilfefenster gibt es nur in miCal.

Ein Ort kann für Ereignisse optional eingegeben oder auch automatisch übernommen werden. Die Taste zur Ortsauswahl ist allerdings auf Englisch beschriftet.

Im Sperrbildschirm greift miCal beim Erscheinen der Erinnerungsmeldung auf den iPhone-Standardkalender zu, in den der Termin automatisch übernommen worden ist. Mit einem Doppeltipp kann auch hier der Termin angezeigt und bearbeitet werden.

Probleme bei der Nutzung von miCal mit VoiceOver

miCal arbeitet stellenweise nicht sauber mit VoiceOver zusammen. So lassen sich Monatsansichten nicht über Wischgesten mit drei Fingern blättern. Ein anders Beispiel: Die Auswahl des Monats im Kopfbereich der Monatsansicht (31) öffnet das iOS Picker Widget (für Datums- und Zeitauswahl) für die manuelle Dateneingabe. Bedienelemente aus dem vom Picker Widget verdeckten Menü (Dashboard – 1 – 7a – 7 – 31 – 365 – Liste) erhalten nun weiterhin den VoiceOver-Fokus, ein Aktivieren ändert aber nicht die Terminansicht, sondern den Status des darüber liegenden Pickers (siehe Abb. 2), jedoch ohne jegliches VoiceOver-Feedback (siehe Abb. 3).

miCal-App Monatsansicht mit überlagerndem Picker

Abb. 3: iPhone, miCal, Monatsansicht mit ausgeklapptem Picker Widget. Der VoiceOver-Fokus liegt auf dem Eintrag 31 des verdeckten Menüs (sichtbar am fetten abgerundeten Umriss). Ein Doppeltippen ändert aber (ohne Rückmeldung) die Einstellungen im Picker Widget.

miCal: In der Sichtprüfung zusätzlich festgestellte Probleme

  • Zeiten in den Überschriften der Stundenzeilen zu kontrastarm (grau auf weiß)
  • Textvorbelegung bei neuem Termin nicht kontrastreich genug (grau auf weiß)
  • Keine Label bei Terminname, nur Vorbelegung
  • Zurück-Button sehr kontrastarm
  • Werte bei Neuer Termin, Termin bearbeiten sind hellblau auf weiß, nicht kontrastreich genug
  • Teils sehr kleine Default-Schriften (5 Punkt)
  • Systemseitig eingestellte dynamische Textgröße wird nicht übernommen
  • Systemseitig eingestellte Fettung wird nicht übernommen
  • Einblendmenü bei Zoomvergrößerung schwierig zu nutzen, verschiebt Inhalte seitwärts, so dass sie nur halb zu sehen sind
  • Textfelder für Termin und Ort, URL-Notizen wie beim Apple-Kalender ohne festes Label, sondern nur über die Vorbelegung beschriftet

Erinnerungen (iPhone Standard-App)

Die App Erinnerungen erlaubt das Anlegen von Erinnerungen, die einer von verschiedenen Listen zugeordnet werden können. Erledigte Erinnerungen werden gespeichert und können reaktiviert werden.

Erinnerungen: Funktionsumfang und Barrierefreiheit

In der iPhone Standard-App Erinnerungen können erst nach einer Titeleingabe weitere Einstellungen für die Erinnerungen vorgenommen werden. Ohne Titeleingabe wird einfach der Erstelldialog geschlossen und es wird keine Erinnerung erstellt. Etwas verwirrend: es gibt keine Abbrechen-Taste, um Eingaben oder Einstellungen abzubrechen. Die Beschriftung des Wecker-Icons ist Englisch.

Mit der Diktierfunktion kann der Termin per Spracheingabe eingegeben werden. Datum und Uhrzeit werden allerdings nicht in den Einstellungen übernommen.

Das Anlegen einer neuen Erinnerung geschieht innerhalb der aktiven Liste. Es ist für VoiceOver-Nutzer eher leichter nachvollziehbar als für sehende Nutzer, da die Beschriftung "Titel der Erinnerung bearbeiten" nicht sichtbar ist.

Etwas gewöhnungsbedürftig ist, dass sich erst nach Auswahl von Tagesabhängige Erinnerungen Tag und Uhrzeit einstellen lassen. Bei der Uhrzeiteinstellung wird eine Stunde vorgegeben, lässt sich aber durch die üblichen VoiceOver-Gesten jederzeit ändern. Eine Angabe der Dauer oder Endzeit ist nicht möglich.

Es können neue benutzerdefinierte Listen angelegt werden, um diesen Termine zuzuordnen. Dass sich die Übersicht der angelegten Listen durch Auswahl der gerade ausgewählten Liste aufrufen lässt, ist nicht unmittelbar nachvollziehbar (auch nicht für sehende Nutzer).

Prioritätsstufen und Wiederholungsintervalle können barrierefrei und mit den üblichen VoiceOver-Gesten ausgewählt werden.

Die Option Ortsabhängige Erinnerung können wir trotz eingeschalteter Ortungsdienste in mehreren Tests nicht auslösen, weder bei der Ankunft noch beim Verlassen von Orten.

Farben lassen sich nur für Listen vergeben, in denen Erinnerungen gruppiert werden können. Die Farben lassen sich im Bearbeitungsmodus zwar mit VoiceOver auswählen, jedoch wird die Farbmarkierung im Anzeigemodus nicht von VoiceOver ausgegeben.

Die Ortsauswahl ist barrierefrei, soweit der aktuelle Ort übernommen oder im Textfeld eingegeben wird.

Erinnerungen: In der Sichtprüfung zusätzlich festgestellte Probleme

  • Die überwiegende Anzahl der für Listen einstellbaren Farben (gelb 1,81:1, orange 2,2:1, hellblau 2,51:1, hellgrün 1,81:1, lila 2,95:1) ist nicht kontrastreich genug (gefordert für große Schrift wären 3:1).
  • Die Beschriftung "Titel der Erinnerung bearbeiten" ist nicht sichtbar – dass eine Erinnerung durch Antippen der leeren Zeile aktiviert wird, muss man raten oder durch Probieren herausfinden.
  • Dynamischer Text wird für eingegebenen Text übernommen (Erinnerungs-Namen), es kommt aber zu Überlagerungen (siehe Abb. 4).
  • Usability-Problem: keine Zurück- bzw. Abbrechen-Tasten.

App Erinnnerungen: Text-Überlappungen

Abb. 4: App Erinnerungen. Bei Nutzung von größerem Text kommt es vielfach zu Überlappungen, die die Screens für sehende Nutzer schlecht nutzbar machen. Hier mit der Systemeinstellung Größerer Text (größtmögliche Einstellung).

Meine Termine

Meine Termine: Funktionsumfang und Barrierefreiheit

Die App Meine Termine ist sehr einfach gehalten und komplett barrierefrei. Die Erinnerungserstellung mit Datum und Uhrzeit ist schnell und effektiv zugänglich. Es gibt lediglich den Benachrichtigungstext und Datum/Uhrzeit. Vorweg-Erinnerungen, Wiederholung usw. sind nicht vorhanden.

Meine Termine - Terminübersicht und Neuer Termin

Abb. 5: App Meine Termine. Terminliste, Neue Nachricht erstelllen

Erstellte Termine werden übersichtlich angezeigt. Bei der Uhrzeit Einstellung wird die aktuelle Stunde und Minute vorgegeben. Mit den üblichen VoiceOver-Gesten lassen sich diese Angaben ändern. Ohne Änderung der Uhrzeit wird der Termin nicht gespeichert.

Ein Nachteil: Einmal erstellte Termine lassen sich nicht mehr bearbeiten/ändern, sondern nur löschen.

Per Diktierfunktion können die Termine per Spracheingabe eingegeben werden. Datum und Uhrzeit werden jedoch in den Einstellungen nicht automatisch übernommen.

Im Sperrbildschirm erscheint in der Erinnerungsmeldung der Name der App und des Termins. Wenn auf den Termin getippt wird, wird der Termin automatisch entfernt. Eine erneute Bearbeitung des Termins ist daher nicht möglich. Die App besitzt sonst keine weiteren Funktionen.

Meine Termine: In der Sichtprüfung zusätzlich festgestellte Probleme

  • Systemseitige Einstellung Größerer Text wird nicht übernommen.

RE.minder (kostenlose Version)

RE.minder ist eher einfach gestrickt und hat viele vordefinierte Kategorien, denen sich Erinnerungen zuweisen lassen.

RE.minder: Funktionsumfang und Barrierefreiheit

In RE.minder ist die Datums- und Uhrzeit-Einstellung barrierefrei und mit den üblichen VoiceOver-Gesten auswählbar. Gut: Neben dem Eingabefeld wird ein Knopf angezeigt, mit dem der ganze Text sofort gelöscht werden kann.

Mit der Diktierfunktion kann der Termin auch per Spracheingabe eingegeben werden. Datum und Uhrzeit werden nicht in den Einstellungen übernommen.

Den Terminen können, bevor Datum und Uhrzeit eingestellt werden, Kategorien zugewiesen werden. Dies ist nicht barrierefrei, da nicht alle Kategorien problemlos von VoiceOver erreicht und gesprochen werden. Ausgewählte Kategorien, etwa Vergiss nicht zu…, Haus und Garten werden durch einen Doppeltipp ins Eingabefeld übernommen und dabei wird der Text, den der Nutzer möglicherweise vorher bereits geschrieben hat, ersetzt. Nach dem Doppeltipp steht der Fokus nach der eingefügten Kategorie im Eingabefeld, so dass der Nutzer etwas dazuschreiben kann. Der Fokus wird von VoiceOver aber nicht ausgegeben. Diese Umsetzung ist gewöhnungsbedürftig.

Nur ein kleiner Teil der vielen vorgegebenen Kategorien wird beim Durchlauf direkt mit Wischgesten erreicht; für weitere Kategorien ist ein horizontaler Bildlauf zu den Seiten zwei bis sechs erforderlich. Dies wird bei nicht-visueller Nutzung überhaupt nicht klar.

Weitere Einstellungen und Notizen können erst eingerichtet werden, wenn der Nutzer den Erstelldialog verlässt und anschließend explizit noch einmal auf den Termin tippt, um weitere Einstellungen vorzunehmen.

In den Einstellungen können verschiedene Sounds für den Termin ausgewählt werden. Die Soundkategorien lassen sich durch horizontales Wischen durchstöbern und durch einen Doppeltipp anhören und auswählen. Bei jeder Einstellung ist es jederzeit möglich, durch die Zurück-Taste oder Abbrechen die Eingabe oder Einstellung abzubrechen.

Es gibt eine Nerv-mich-Funktion, mit der eingestellt werden kann, ob in einer Minute, in einer Stunde oder gar nicht erinnert werden soll. Daneben gibt es die Möglichkeit, ein Wiederholungsintervall einzustellen. Die Wiederholzeit kann bis zu mehreren Jahren eingestellt werden. Um weitere Funktionen wie Farbkategorisierung und individuelle Wochentags-Einstellungen vornehmen zu können, ist die kostenpflichtige Version RE.minder PRO+ für 6,99 € nötig.

Nach dem Weckerton wird auf dem Sperrbildschirm der eingegebene Reminder-Text ausgegeben, der Nutzer kann dann den Reminder löschen, wiedereinstellen, verlängern oder (über Mail) anderen mitteilen.

RE.minder Startbildschirm

Abb. 6: RE.minder. Nur ein kleiner Teil der als horizontale Leiste angeordneten Kategorien wird in der Grundeinstellung ausgegeben bzw. angezeigt. Der Text "Vergiss nicht zu" wird nach Auswahl des ersten Icons automatisch eingefügt, "essen" wurde dann ergänzt.

RE.minder: In der Sichtprüfung zusätzlich festgestellte Probleme

  • Systemseitige Einstellung Größerer Text wird nicht übernommen.
  • Die Icons für Kategorien sind nicht besonders kontrastreich und (da unbeschriftet) zum Teil in der Bedeutung unklar
  • Die Label (RE.mind mich, Schnellauswahl) sind weiß auf hellblau (mit Schatten) und nicht besonders kontrastreich.

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Kommentare

Kommentar von iMeister |

Bitte auch für Android machen! Bitte!

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