Seeing Assistant Home - eine iOS-App im Kurztest

31. März 2014

Die App Seeing Assistant Home bietet auf dem iPhone bzw. dem iPad mehrere Alltagshelfer-Funktionen für blinde und sehbehinderte Menschen - allerdings nur auf Englisch.

Hersteller: Transition Technologies S.A.
Preis: 3,59 € (die Lite-Version von Seeing Assistant Home ist gratis)

Seeing Assistant Home bietet einen Barcode Scanner, einen QR-Code-Erzeuger, eine Farb-Erkennung, eine Licht-Erkennung und eine elektronische Lupe. Die Steuerung mit Sprachkommandos ist möglich. Die Kommandos sind jedoch nur auf Englisch verfügbar, allerdings sind sie nicht allzu kompliziert. Alle Funktionen sind mit VoiceOver zugänglich.

Barcodes scannen

Nach Aufruf der Funktion Barcode Scan ertönt ein akustisches Signal, dass nach dem Barcode gesucht wird. Das Smartphone muss relativ langsam über den zu scannenden Bereich geführt werden, damit der Code erkannt wird. Dann erfolgt ein weiteres akustisches Signal, dass der Barcode erkannt und gescannt wurde, jedoch kein zusätzlicher sprachlicher Hinweis. Gescannte Barcodes lassen sich benennen und abspeichern.

Der Barcode wird direkt bei Google als Eingabe für eine Websuche verwendet. Die Suchergebnisse richten sich dabei nach der Google-eigenen Reihenfolge, die nicht unbedingt die passendsten Ergebnisse an den Anfang stellt. Eine Identifizierung des gescannten Produktes ist aber möglich. Je nach Bedarf führen Links zu Webseiten mit weiteren Informationen zum gescannten Produkt.

QR-Codes erstellen

Unter der Funktion Barcode sets kann man für selbstgewählte Begriffe oder Texte (etwa fürs Beschriften von Lebensmitteln mit Etiketten) QR-Codes als PDF erstellen, die sich dann per E-Mail versenden oder direkt ausdrucken lassen. Der QR-Code steht dann oben links auf der Seite. Ausgedruckt und mit der Barcode Scan-Funktion erkannt, gibt Seeing Assistant dann den selbst hinterlegten Text aus.

Farben erkennen

Eine Farb-Erkennung steckt in der Funktion Recognize Color. Sie ist mit VoiceOver zugänglich. Allerdings verfügt sie nur über eine recht eingeschränkte Farbpalette. Verschiedene Farbabstufungen lassen sich damit nicht genauer differenzieren.

Außerdem werden Farben auch teilweise falsch interpretiert, wenn die Lichtverhältnisse nicht ganz optimal sind. Bei Mischung von mehreren Farben im Scanfeld wird dies als "Mix" bezeichnet. Oft werden Farben als Grau bezeichnet, obwohl sie es nicht sind.

Zur groben Farb-Einordnung ist die Funktion auf jeden Fall nutzbar, aber es gibt bessere Apps zur Farberkennung.

Licht-Erkennung

Die Funktion Light detector funktioniert, allerdings ist die Unterscheidung zwischen einer wirklichen Lichtquelle (Fenster) und einer weißen oder reflektierenden Fläche teilweise recht ungenau. Die anzeigende Tonskala (tiefer Ton = dunkel, umso höher, umso heller) ist selbsterklärend, aber nicht unbedingt angenehm.

Elektronische Lupe

Die Funktion Magnifier bietet eine elektronische Lupe über die Smartphone-Kamera, etwa um Kleingedrucktes vergrößert darzustellen. Zoom, Helligkeit und Kontrast sind stufenlos verstellbar. Das Bild kann auch in Graustufen dargestellt oder in Farbumkehr betrachtet werden. Um schnell unterwegs kleine Texte zu vergrößern, ist das sicher ausreichend, aber das Smartphone muss relativ ruhig gehalten werden, was zum Lesen längerer Texte doch eher unpraktisch ist. Ein Standbild zum Lesen in aller Ruhe lässt sich nicht machen.

Fazit

Seeing Assistant Home hat den Vorteil, in einer App eine Reihe von Funktionen zu bündeln. Allerdings findet man ausgereiftere Anwendungen, wenn man spezialisierte Apps für einzelne dieser Funktionen in Betracht zieht.

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